Beschleunigungsrennen

VW Käfer Dragster am Hockenheim Ring (Foto: Owly K)

Unter dem Begriff Beschleunigungsrennen versteht man das das Wettrennen von 2 oder mehr Fahrzeugen meist über eine feste Strecke einer Viertelmeile (402,34 m) oder Achtelmeile (201,17 m).

Speziell kleinere Veranstaltungen laufen häufig über eine Achtelmeile ab, da die Geschwindigkeiten dort bereits mit knapp 200km/h liegen können und so abseits von Rennstrecken die Sicherheit der Teilnehmer bei längeren Strecken nicht mehr gewährleistet wäre.  Gut motorisierte Serien PKW wie der BMW M3 liegen meist im Bereich von knapp 9 Sekunden auf der Achtelmeile. Mototrräder wie die Suzuki Hayabusa schaffen knappe 6 sec – bei Motorrädern mit Wheelie-Kontrolle wie BMW S1000RR liegen die Zeiten auch etwas niedriger.

Die Zeitnahme erfolgt elektronisch über Lichtschranken. Professionelle Dragster haben häufig über 1000 PS und die Reaktion der Fahrer entscheidet anders als bei vielen Amateur-Rennen (wo lediglich die Zeit zwischen 2 Lichtschranken zählt) über Sieg und Niederlage.

Als Rennstrecke (Drag Strip) werden oft die Bahnen von (teils stillgelegten) Flughäfen genutzt.

 

Geschichte

Vermutlich sind Beschleunigungsrennen so alt wie das Auto selbst, doch mit zunehmender Leistung der Fahrzeuge nach dem 2. Weltkrieg und bekannten Kinofilmen wie “Denn sie wissen nicht was sie tun” mit James Dean wurden speziell in den USA häufig Rennen an Ampeln ausgetragen. Da die Polizei dies natürlich nicht gern gesehen hat, wichen die Fahrer schnell auf organisierte Veranstaltungen aus, um z.B. auf verlassenen Flughäfen ihre Beschleunigungsrennen auszutragen.

Bereits 1951 wurde die National Hot Rod Association in Kalifornien gegründet, die sich als Dachverband des Drag Racing angesehen wird. Außerdem gibt es noch die International Hot Rod Association, die ebenfalls eine große Bekanntheit besitzt. Bis in die 70er Jahre war Dragracing in den USA derart populär, dass Autohersteller ihre Modelle im Bezug auf die Getriebe-Einstellung auf die Viertelmeile optimierten – so wie es heute teils mit dem 0-100 km/h oder bei Supersportlern auch 0-200 km/h Wert gemacht wird.

Der Chevrolet Camaro Yenko (1969) war z.B. ein derart optimiertes Fahrzeug. Er hielt über Jahre die Rekorde auf der Viertelmeile, obwohl es bereits leistungsstärkere Modelle wie den Chevrolet Chevelle SS ( 7,4 Litern, 450 PS) mit Big Block Motoren gab.

 

Regeln

In Europa entstand erst im Jahr 1997 die FIA Drag Racing Meisterschaft, die in den Regeln dem amerikanischen Vorbild (NHRA) gleicht und über eine Viertelmeile ausgetragen wird. Sollte die längste Gerade der Rennstrecke zzgl. Auslaufstrecke nicht ausrechen, so werden die Events auch teilweise nur über eine Achtelmeile ausgetragen.

Amateur-Klassen: (nach Zeiten auf der Viertelmeile)

  • Public Race (Serienfahrzeuge zwischen 11.99 und 16.5 sec)
  • Modified Public (getunte Autos zwischen 10.9 und 12.0 sec )
  • Super Street (bis 10.9 sec)
  • Super Gas (bis 9.9 sec)
  • Super Comp (bis 8.9 sec)

Profi-Klassen: (nach Zeiten auf der Viertelmeile)

  • Pro Stock (sehr beliebte Serie, da die Fahrzeuge optisch nah an normalen PWK liegen)
  • Pro Modified
  • Top Methanol Funny Car
  • Top Methanol Dragster
  • Funny Car
  •  Top Fuel Dragster (schnellste Serie mit Verbrennungsmotor teils um die 5 sec und 5G Beschleunigung)

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Auto & Motorrad Rennsport